7hoch2 ist kein klassisches Festivalformat oder Kulturprojekt. Vielmehr soll ein Prozess initiiert werden, der an der Schnittstelle von Kunst, kultureller Teilhabe und konkreten Anliegen der Bevölkerung Impulse für eine partizipative Stadtentwicklung schafft.

Bis 15. Jänner 2017 konnten Fotos von Orten, die nach einer Veränderung verlangen, auf 7hoch2.net eingereicht werden: Sieben Fotos werden als Impulse ausgewählt und von von Künstler*innen zusammen mit Bürger*innenteams künstlerisch umgesetzt und der Stadtraum Salzburgs für 2 Tage temporär umgestaltet.

Termine:

  • Mo, 24. April, 17.00 // Der Auftakt. (Atelier W&K, Bergstraße 12)
  • 25. - 28. April // Die Klausurtage. Erarbeitung der Veränderungsimpulse im Stadtraum.
  • 29. & 30. April // Die Aktionstage. Interventionen im Stadtraum.
  • Mi, 17. Mai // Symposium: Die Stadt als gesellschaftliche Verhandlungszone (Atelier W&K, Bergstraße 12)
Salzburgs Bürger*innen verstehen wir als Expert*innen, wenn es darum geht, das eigene urbane Lebensumfeld zu gestalten: Sie wissen sehr genau, wo Veränderungspotential vorliegt und welche Erneuerungen sie sich für `ihre´ Stadt, für den eigenen Stadtteil, wünschen. Oft mangelt es jedoch an dem Impuls, (selbst) aktiv zu werden.

7hoch2 möchte diesem zivilen Potential für urbane Veränderungen nicht nur eine öffentliche Plattform geben, sondern auch (Expert*innen-) Wissen multiplizieren. Die gestellten Aufgaben werden gemeinsam in künstlerischen Prozessen umzusetzen gesucht: Sieben Salzburger Kunstschaffende, ihrerseits Expert*innen aus unterschiedlichen künstlerischen Praxisfeldern, begleiten sieben Bürger*innengruppen bei der Umsetzung einer von sieben ausgewählten Aufgabenstellungen. Wie kann der Handlungsimpuls als künstlerischer Prozess umgesetzt werden? Welche Zukunftsszenarien tun sich auf? Wie kann der Ort Impulse für eine konkrete Veränderung erfahren?

Bis 15.1.2017 hatten alle Bürger*innen der Stadt Salzburg, die Möglichkeit ein Foto von einem Ort, den sie gerne verändert hätten, einzureichen. Die Jury (Festivalleitung plus Vertreter*in der beteiligten Kunstschaffenden) wählten dann 7 Orte bzw. Handlungsanweisungen aus. Folgende Auswahlkriterien wurden dabei berücksichtigt:

  • Ortsspezifität der Handlungsanweisung (u.a.: Eröffnet der Ort alternative und vielschichtige Handlungsoptionen?)
  • Durchführbarkeit der Orte (u.a.: Ist der Ort öffentlich zugänglich und (gut) erreichbar?)
  • Tragweite des `Missstands´ (u.a.: Wird klar beschrieben bzw. ersichtlich, welcher Misstand vorliegt bzw. was als störend empfunden wird?)
  • Berücksichtigung verschiedener Stadtteile (bzw. auch Vielfalt in der Ortsauswahl und topografischen Beschaffenheit)
  • Berücksichtigung aller beteiligten Kunstschaffenden

Bis Ende Februar werden alle Einreicher*innen informiert, ob ihr Auftrag angenommen wurde. Die 7 Einreicher*innen der 7 ausgewählten Handlungsanweisungen werden dann explizit eingeladen bei der 7hoch2 Auftaktveranstaltung am 24.4., 18.00 offiziell den Auftrag an den/die jeweilige*n Künstler*in (und sein/ihr Team) zu erteilen.

Mitmachen & Verändern

Alle Bürger*innen Salzburgs sind eingeladen, sich an der Gestaltung der künstlerischen Interventionen zu beteiligen und an den Klausurtagen zu partizipieren – ob ganztags oder nur 2-3 Stunden pro Tag ist dabei weniger ausschlaggebend als sich aktiv mit seinen Ideen, Kompetenzen und Engagement einzubringen.

Im Rahmen dieser 7-tägigen Klausur (24.4. – 30.4.) werden die 7 ausgewählte Aufträge angenommen und kollaborativ künstlerische Interventionen entwickelt. Diese werden dann an 2 Tagen und den jeweiligen 7 Orten in Salzburg öffentlich durchgeführt.
Wir planen zudem möglichst viele der eingereichten Fotos (z.B. als Foto -Collage) im Rahmen des Festivals zu veröffentlichen.

Die eigene Lebenswelt aktiv mitgestalten ist grundlegende Forderung einer „urban citizenship“. Um dabei auch dem Verständnis einer „cultural citizenship“ gerecht zu werden, brauchen Bürger*innen nicht nur Zugang zu Kunst und Kultur, sondern auch „Werkzeuge“, die ihnen ermöglichen, auf Basis ihrer eigenen Kompetenzen und ihres Vorwissens künstlerische und kulturelle Prozesse mitzugestalten.

Mit 7hoch2 soll eine neuartiges (kleines) Festivalformat in und für den Salzburger Stadt- als Lebensraum geschaffen werden, das an der Schnittstelle von Gesellschaft und Kunst verankert ist: Für konkrete zivile Anliegen wird – mittels künstlerischer Verfahren und Prozesse - Sichtbarkeit geschaffen und ein Impuls für Veränderungen gesetzt: So verweist die Zahl sieben im Festivalnamen auf die (pseudo-) hippokratische Ansicht, das „die Zahl Sieben, aufgrund ihrer okkulten Kräfte, dazu [neigt], alle Dinge ins Sein zu bringen“. In verschiedenen Kulturkreisen nimmt `die Sieben´ eine „besondere Bedeutung in der Zahlensymbolik“ ein und ist - trotz oft ambivalenter Deutungen – ein Kennzeichen für „Quelle allen Wechsels“.

7hoch2 wird in Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst, einer Kooperation der Universität Salzburg mit dem Mozarteum, bzw. mit dem Programmbereich Zeitgenössische Kunst und kulturelle Produktion, umgesetzt: Studierende beider Universitäten werden an der Ausgestaltung und wissenschaftlichen Begleitung von 7hoch2 beteiligt.

Grundlegend ermöglicht wurde 7hoch2 durch die Auszeichnung beim Zukunftslabor Salzburg 20.16.

Weiters wird das Festival gefördert und unterstützt vom Erste-Sparkasse Kulturfonds, der Kulturabteilung des Land Salzburgs sowie dem Herbert-Batliner-Europainstitut.

Darüber hinaus unterstützen viele Salzburger Institutionen, Schulen, befreundete Vereine und kunst- und kulturaffine Stätten 7hoch2.

 

Team

Siglinde Lang | Konzept und Festival­leitung


Ich bin immer wie­der erstaunt, wel­ches krea­ti­ve, aber auch kri­ti­sche Poten­ti­al sich in zivi­len künst­le­ri­schen Betei­li­gungs­pro­zes­sen ent­fal­ten kann.”

Sig­lin­de Lang ist Kul­tur­wis­sen­schaf­te­rin, Dozen­tin und Kul­tur­ar­bei­te­rin. Seit 2010 ist Sig­lin­de Lang als Senior Sci­en­tist teil­zeit­be­schäf­tigt am Schwer­punkt W&K am Pro­gramm­be­reich Zeit­ge­nös­si­sche Kunst & kul­tu­rel­le Pro­duk­ti­on, 2014 hat­te sie eine Gast­pro­fes­sur für künst­le­ri­sch-kul­tu­rel­les Unter­neh­mer­tum an der SRH Hoch­schu­le in Calw (D) inne. Publi­ka­ti­on u.a. zu „Par­ti­zi­pa­ti­ves Kul­tur­ma­nage­ment“ (tran­script 2015), „Kunst, Kul­tur – und Unter­neh­mer­tum?!“ (Man­del­baum 2015) oder „Ab in die Pro­vinz! Kunst in länd­li­chen Regio­nen“ (Man­del­baum 2016). Sie hat insti­tu­tio­nell (u.a. Kunst­uni­ver­si­tät Linz) im Kul­tur­be­reich gear­bei­tet und war und ist auch frei­be­ruf­li­ch tätig (u.a. für das Künst­ler­haus Wien, Arse­n­al Film­in­sti­tut Ber­lin, Welios Sci­en­ce-Cen­ter, Thea­ter Haus­ruck).


Sandra Chatterjee | Konzept und Festival­leitung


An der Schnitt­stel­le zwi­schen künst­le­ri­scher Arbeit und zivi­ler Betei­li­gung fas­zi­niert mich die Mög­lich­keit der unmit­tel­ba­ren Kon­fron­ta­ti­on mit ver­schie­de­nen Zugän­gen und Sicht­wei­sen, die sich gegen­sei­tig befruch­ten.”

Sie stu­dier­te Tanz und Cul­tu­re & Per­for­man­ce in Hono­lu­lu und Los Ange­les. Von 2012–2016 war sie Mit­ar­bei­te­rin (post-doc) in zwei Aus­tri­an Sci­en­ce Fund (FWF) Pro­jek­ten an der Abtei­lung Musik-und Tanz­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Salz­burg. Ihre wis­sen­schaft­li­che Arbeit (Tanz, Per­for­man­ce, Queer und Post­co­lo­ni­al Stu­dies) ist ange­sie­delt an den Schnitt­stel­len zwi­schen Theo­rie und künst­le­ri­scher Pra­xis.

Seit 1991 ist San­dra Chat­ter­jee als Tän­ze­rin im Bereich klas­si­scher indi­scher Tanz sowie seit 1998 als Cho­reo­gra­phin für zeit­ge­nös­si­schen Tanz inter­na­tio­nal tätig. Sie ist Grün­dungs­mit­glied des mul­ti­na­tio­na­len, inter­net-basier­ten Post Naty­am Kol­lek­tivs.


Josef Kirchner | Organisatorische Mitarbeit


Wenn Kunst nicht ein­ge­sperrt in den Muse­en, Lite­ra­tur­häu­sern und Thea­tern statt­fin­det, son­dern von allen gemein­sam gemacht wird, kann groß­ar­ti­ges ent­ste­hen.”

2009 bis 2010 lei­te­te er das Film­thea­ter Kitz­bü­hel, seit 2010 über­nahm er diver­se Auf­ga­ben im Salz­bur­ger Film­kul­tur­zen­trum Das Kino. Nach einer Assis­tenz im Bereich Öffent­lich­keits­ar­beit und Mar­ke­ting der ARGE­kul­tur Salz­burg 2012–13 betreu­te Josef Kirch­ner das dort ange­sie­del­te Open Mind Fes­ti­val 2013 redak­tio­nell.

Seit 2011 ist er Grün­der und Her­aus­ge­ber von mosa­ik – Zeit­schrift für Lite­ra­tur und Kul­tur und Mit­glied des Kunst­kol­lek­tivs Bure­au du Grand Mot, ehren­amt­li­cher Kul­tur­ver­an­stal­ter und frei­be­ruf­li­cher Kul­tur­ver­an­stal­ter. Aus­ge­stat­tet mit dem START-Sti­pen­di­um für Kul­tur­ma­nage­ment des Bun­des­kanz­ler­am­tes Öster­reich koor­di­niert er 2017 7hoch2.

 

Assoziierte Partner

 

 

Projektpartner